was vom Tage übrig bleibt

Da saß er nun einsam auf seinem Felsen an der Küste, schaute auf das Meer hinaus und versuchte seine Gedanken zu sortieren.
Der Wind ließ die Wellen sich zu kleinen Schaumkronen aufbäumen, die wie weiße Spitze aussahen. Er dachte nach über sein Leben.
Was wollte er nicht alles erreichen, ein eigenes Haus, eine liebende Frau, lachende Kinder … Nichts außergewöhnliches, eben nur ein ganz normales Leben.
In einem Restaurant, während eines Lehrganges, hatte er sie getroffen. Alle Plätze waren belegt, nur an seinem Tisch waren noch drei Stühle frei. „Entschuldigen Sie bitte, ist hier noch ein Platz frei“, fragte auf einmal eine warme, freundliche Stimme.
Er war so sehr in seine Zeitung vertieft, daß er nicht bemerkte, wie sie neben ihm am Tisch stand. Sein Blick ging zu ihrem Gesicht hinauf – was für eine Frau -.
Sie hatte einen kurzen, dunkelhaarigen Bubikopf und trug ein hautenges, schwarzes Kleid mit einem tiefen Ausschnitt. „Bitte, gern“, mehr konnte er bei diesem Anblick nicht sagen.
Sie setzte sich ihm genau gegenüber. Im Schein der Kerze leuchteten ihre rehbraunen Augen wie zwei Bernsteine. Was für ein Blick, was für ein Gesicht, schnell legte er seine Zeitung zur Seite, um sich ganz seiner Tischdame zu widmen.
„Ich habe Sie hier noch nie zuvor gesehen, Sie scheinen nicht aus dieser Stadt zu sein, denn ein solches Gesicht wäre mir längst aufgefallen.“ Sie zögerte eine Weile mit ihrer Antwort, sei es aus Höflichkeit, vielleicht aber auch, um ihm nicht das Gefühl der schnellen Eroberung zu geben.
„Das stimmt, ich bin hier zu Besuch bei einer Bekannten. Eigentlich komme ich von der Küste.“ Bei diesen Worten wurde er aufmerksam, von der Küste, ein Ort, an dem er gern wohnen würde, nicht in dem Dreck und Gestank der Großstadt.
Sie kamen beide ins Gespräch und unterhielten sich über ihre Heimat.
Ehe sie es sich versahen war Gaststättenschluß und der Kellner fragte höflich aber bestimmt, ob er kassieren könnte. „Was fangen wir denn nun mit dem angebrochenen Abend an,“ fragte er. „Ich würde Sie gern noch auf ein Glas Sekt einladen, vielleicht in einer Bar, wenn Sie nichts dagegen haben.“ „Sehr gern, der Abend ist ja noch jung und auf mich wartet niemand.“ Sie gingen gemeinsam in eine Nachtbar, tranken das eine und andere Glas Sekt und kamen sich Stück für Stück näher. Auf dem Heimweg stolpert sie über einen Bordstein, er konnte sie gerade noch auffangen. Ihre Köpfe kamen sich dabei so dicht, daß es unvermeidlich war, was dann passierte. Fast in Zeitlupe berühren sich ihre Lippen zu einem langen, intensiven Kuß. „Laß uns zu mir gehen,“ flüstert er ihr leise ins Ohr. Ohne ihm eine Antwort zu geben hakt sie sich bei ihm unter und legt ihren Kopf auf seine Schulter, bedarf es dazu noch Worte.

Was dann passiert, ist ein einziges Spiel der Phantasie.

Ein paar Monate später.

Er ist zu ihr an die Küste gezogen, sie wohnen bei ihren Eltern in einem echten Fachwerkhaus, das mit Schilf gedeckt ist. Am Haus befindet sich ein alter Stall und gleich daneben eine Scheune. Zum Meer ist es nur eine gute halbe Stunde Fußweg. Jede freie Minute gehen sie beide dorthin spazieren. Ein Felsen direkt am Wasser hatte es ihm besonders angetan. Hier nahm er immer Platz, um von dort aus den Wellen und der See zuzusehen. An diesem Tag aber treibt ihn etwas ganz Anderes hinaus. Sein Arzt hatte ihm geraten, er solle doch in Zukunft kürzer treten, denn sein Herz würde die ständigen Anstrengungen der Arbeit nicht mehr richtig verkraften. Wenn er so weiter macht, wird er das nächste Jahr nicht mehr überleben. Zurück nach Hause quälen ihn die Gedanken, er traut sich nicht, sie seiner Liebsten zu sagen. Tage später . . .

Ein Spaziergänger kommt auf ihn zu, es ist der alte Hansen von nebenan, er grüßt höflich, als er kurz vor ihm steht, bekommt aber keine Antwort. Hansen geht auf ihn zu. Wie er ihn gerade anstoßen will, fällt er von seinem Stein herunter und liegt tot da. Nicht einmal den Untergang der Sonne hatte er noch erlebt und dabei liebte er gerade diesen so sehr. Er hatte wohl seine Rechnung mit dem Schöpfer bereits gemacht, denn er lächelte noch im Tod.

Verführung

Zwei große fragende Augen sehen ihn an und wollen doch so viel wissen von dieser Welt, ein Lächeln, dem kaum jemand widerstehen kann. Haare, die so manche ihresgleichen voll Neid erfüllen und ihr selbst manchmal im Weg stehen. Ist sie noch ein Kind oder doch schon eine Frau? Da ist schon viel geschehen in ihrem kurzen, langen Leben, das Sie manchmal mit Wehmut erfüllt, manchmal nachdenklich stimmt, ob den dies das Leben ist, was Sie sich eigentlich erträumt hat. Draußen beginnen die ersten Frühlingsbooten ihre Lieder in den Himmel zu trällern und sie kommt von einer, wieder einmal viel zu langen, Nacht nach hause. An ihrem Arm ein junger Mann, den Sie offensichtlich schon lange kennt. Sie bewegen sich langsam, ineinander verschlungen und doch kann man in ihren Augen Wehmut sehen. Eine so junge Frau sollte  mit einem jungen Mann an der Hand, nachts auf der Straße einen glücklicheren  Eindruck machen, warum sie nicht. Ihr Gesicht wirkt nachdenklich, ihre schönen Augen etwas traurig, ihr Kopf schwer von Gedanken. „ Wie kannst du dich nur so vor anderen „produzieren“, du weißt genau, daß ich das nicht leiden kann“, sagt er zu ihr. Sie senkt ihren Kopf und denkt im Stillen bei sich, was hast du jetzt falsch gemacht? Ich war doch nur mit meinen neuen Klamotten in der Stammdisco, wo mich jeder kennt, wo seine Freunde mich sofort sehen, wo jeder weiß, zu wem ich gehöre. Nie würde ich etwas tun, daß unsere Beziehung in Frage stellen könnte, warum macht er mich so fertig? Er sollte sich mal an seine eigene Nase fassen. Hat er vielleicht vergessen, was mit meiner Freundin war? Aber angeblich ist ja alles nur Einbildung von mir, hat er mir jedenfalls versichert. Ich werde den Gedanken nicht los, daß er denkt ich bin sein Eigentum. Niemand ist eines anderen Menschen Eigentum , habe ich einmal in einem Buch gelesen und das gilt ja wohl auch in unserer Beziehung. Oder glaubt er etwa ich bin seine „Sklavin?“ Vielleicht sollten wir uns endlich einmal aussprechen, damit jeder vom anderen genau weis woran er ist. Ein guter Vorschlag. Wenn wir ausgeschlafen haben werde ich ihn zur Rede stellen. In dieser Nacht hat sie kein Verlangen mit ihm zu schlafen, wenn auch seine Nähe und der Duft seines Körpers ihr etwas Anderes sagen. Es ist Mittag, die Sonne hat bereits ihren Zenit überschritten und das bunte Treiben der Vögel ist weithin zu hören. Sie liegt schon über eine Stunde wach und versucht ihre Worte zu sammeln, es soll nicht wieder so ein  Durcheinander geben, wie bei der letzten Aussprache. Sie  haben über zwei Stunden miteinander gesprochen und am Ende ist doch nichts Vernünftiges herausgekommen. Diesmal wird sie standhaft bleiben, das hat sie sich fest vorgenommen. Entweder er ändert seine Ansichten oder es ist für beide das Beste, wenn sie sich endgültig trennen.
Sicherlich ist es ein schwerer Entschluß und ihr ist auch schwer um ihr kleines Herz, aber„lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“. Gesagt getan, sie wartet, bis er ausgeschlafen hat. Langsam und noch vollkommen benommen öffnet er endlich die Augen. Gerade als sie mit ihren Worten beginnen will, da verschließt er ihren Mund mit einem langen, intensiven Kuß, so als würde er ahnen, was sie vor hatte. Ihr ganzer Mut, ihr ganzes Vorhaben ist auf einmal weg. Der Kuß hatte sie so überwältigt, daß sie von ihrem Vorhaben an diesem Tag Abstand nahm.  Es wird sich in aller nächster Zeit ein neuer, günstigerer Moment bieten, an dem sie dieses Mal stark sein wird und sich nicht wieder überrumpeln läßt. „Was fangen wir denn heute mit dem schönen Tag an, meine kleine Maus“, fragt er, ist er sich etwa der ihm entgangenen Aussprache bewußt? Das kann nicht sein, sie verwirft diesen Gedanken schnell wieder, dann müßte ich ja im Schlaf gesprochen haben. „Am Besten wir fahren heute baden, es ist so schön warm draußen und wir waren schon lange nicht mehr an der Küste. Laß uns nach zu diesem Strandkaffee fahren, anschließend können wir noch an der Uferpromenade spazieren gehen und etwas essen“. Gesagt, getan, sie packen eine Decke ein und ein paar Handtücher und schon geht die Reise los. Unterwegs bemerkt sie, wie er ihr ständig „um den Bart“ geht, so, als wollte er etwas gut machen. Ihr gefällt es und sie läßt sich von ihm hofieren. An der Ostsee ist es wunderschön, mitten in der Woche ist der Strand nicht so überlaufen. Man findet überall noch einen Platz zum liegen und schon wird die Decke ausgebreitet und beide legen sich darauf, um sich von der Sonne Bräunen zu lassen.

Mit einem Strohhalm, den er auf dem Hinweg aufgelesen hat, beginnt er ihr ganz langsam über ihren Rücken zu fahren. Sie erschrickt anfangs und will sich gerade aufrichten, läßt sich aber dann aber wieder auf der Decke nieder und er beginnt von Neuem. Nach fast zehn Minuten dreht sie sich um, „jetzt bin ich dran“, flüstert sie leise. Er legt sich auf den Rücken, schließt seine Augen und sie beginnt mit dem selben Strohhalm das Spiel bei ihm. „Ich glaube es ist besser, wenn du jetzt ins Wasser gehst“, sagt sie und lacht dabei. Er schaut sie an, dann geht sein Blick an seinem Körper nach unten und ihm schießt die Röte ins Gesicht, „das glaube ich auch“.

Fast unauffällig, beide Hände vor seiner Hose, geht er mit schnellen Schritten ins Wasser, um seine „Gefühle“ wieder unter Kontrolle zu bringen. An der Strandpromenade essen beide in aller Ruhe einen Eisbecher, dann fahren sie wieder nach Hause. „Holst du mich morgen wieder ab oder soll ich zu dir kommen“, fragt sie, als sie sich verabschieden. „Ich komme zu dir“, sagt er mit einem Lächeln und gibt ihr einen langen Kuß zum Abschied, steigt in sein Auto und fährt los. Warum sind nicht alle Tage so schön, wie dieser, dann brauchte ich mir nicht solche Gedanken, wie heute Morgen zu machen. Trotzdem, denkt sie sich, ich wollte ihn doch zur Rede stellen und habe mich wieder einmal überrumpeln lassen. Wenn er Morgen kommt, werde ich als Erstes mit ihm reden und diesmal gibt es keine Ausflüchte!

Es ist erst abends um acht und sie hat noch keine Lust schlafen zu gehen, ein kurzes Telefonat mit ihrer besten Freundin und schon treffen sie sich eine halbe Stunde später in einer Bar. Wie kann es anders sein, es wird über den vergangenen Tag geplaudert. „Hast du ihm nun endlich mal die Meinung gesagt“, fragt die Freundin. „Nein“ antwortet sie, „er hat mich ausgetrickst“. Die Freundin hatte es wohl schon kommen sehen, „du solltest in deiner Beziehung nicht immer nachgeben und dir von ihm seine Meinung aufzwingen lassen, da sind so viel hübsche Kerle, die nur darauf warten, daß du endlich solo bist, laß den Typen sausen!“ Sie gibt ihr mit einem leichten Seufzer Recht, aber was soll sie denn machen, sie sind nun schon so lange zusammen, da fällt es schwer, man hat sich aneinander gewöhnt. „Ich weiß, du hast ja Recht“, sagt sie, „jedes Mal, wenn ich einen Typen sehe, der mir gefällt und bei dem ich sofort schwach werden könnte , sage ich mir ja auch, das ich es besser haben kann.“ Aber sagen ist das Eine, es tun ist etwas ganz Anderes und so werde ich wohl noch eine Zeit so weiterleben, wenn ich mich nicht selbst überwinde, denkt sie bei sich selbst. „Laß uns von etwas Anderem oder noch besser von einem Anderen reden.“ Und schon sind die beiden in ihrem Element. Sich über Jungs zu unterhalten, die man gesehen, getroffen oder vielleicht sogar gesprochen hat, das ist doch das Größte. Manchmal geraten sie dabei so richtig ins Schwärmen und träumen von ihrem Mann, der sie dann über die Schwelle tragen wird. „Ach ja,“ seufzen dann beide, „wie schön wäre das.“

Der nächste Tag.

„Hallo, schön das Du anrufst“, sagt sie, „bleibt es nun bei unserer Verabredung heute Abend?“ Am anderen Ende der Leitung ist eine kurze Pause, dann etwas verwirrt, „ Verabredung, äh ,  ja , nein, ich kann heute leider nicht, bei mir ist etwas dazwischen gekommen, ich muß meinen Eltern beim Tapezieren helfen, wir wollen doch an diesem Wochenende fertig werden. Du weist doch, das ich nur noch diese Woche Urlaub habe.“ Den ganzen Nachmittag war sie lustig und vergnügt, freute sich über jede Kleinigkeit, machte einen Haufen Späße, jetzt sah man ganz deutlich, wie sich ihr hübsches Gesicht veränderte. Nichts war mehr übrig von all` dem Lachen und der Ausgelassenheit. Mit dieser Antwort hatte sie gerade heute nicht gerechnet. Da hat man sich die ganze Woche auf das Wochenende gefreut und dann kommt so eine billige Ausrede, denkt sie so bei sich. Er hätte mir doch schon früher sagen können was er vor hat, vielleicht hätte ich mithelfen können. Wir wären schneller fertig geworden und hätten dann auch mehr Zeit für uns. Mit einer Geste der Gleichgültigkeit läßt sie den Telefonhörer in die Gabel fallen. Der Verdacht, daß er sie verladen hat kommt langsam in ihr auf, sie ist den Tränen nahe, doch sie kann sie noch zurück halten. Es soll doch niemand sehen, daß sie eigentlich unglücklich ist. Als sie im Bus sitzt, hinten, in der letzten Bankreihe, wo sie niemand beobachten kann, holt sie ihr Taschentuch heraus und hält es sich vor ihr Gesicht. Sie ist allein mit ihrer Trauer, wie oft hatte sie nun diese Situation schon erlebt, daß er sie mit solch fadenscheinigen Ausreden versetzt hatte. Irgendwann werde ich einen Schlußstrich ziehen, sagt sie sich zum wiederholten Mal. Was fange ich nun heute Abend an, wir wollten ja eigentlich in die Disco, am Besten ich rufe meine Freundin an, vielleicht hat sie ja Lust, etwas mit mir zu unternehmen. Und richtig, sie hat nicht nur Zeit, sondern auch noch einen besseren Vorschlag, „laß uns doch mal in eine andere Stadt fahren, wo uns keiner kennt, da können wir uns richtig auslassen, ohne das gleich am nächsten Tag wieder irgendeiner quatscht.“ Eine wirklich gute Idee, denkt sie so bei sich, abschalten und auf keinen achten müssen, genau das werden wir machen.

Eine riesige Leuchtreklame und mehrere Scheinwerfer locken die Beiden zum großen Eingangsportal. Warum sind wir nicht schon einmal früher hierher gefahren, stellen sich offenbar beide die Frage. Bevor sie eintreten wird noch festgelegt, wer von ihnen mit dem Auto zurückfährt. Schließlich gibt es genug Kontrollen und sie sind sich auch einig, daß Derjenige der fährt nicht trinkt. Nun aber hinein in das Vergnügen. Ihre Gedanken vom Abend sind wie weggeblasen, heute wird sich amüsiert. Die Eintrittskarten sind noch gar nicht ganz in den Handtaschen verstaut, da werden die beiden schon von zwei gutaussehenden Jungs zum Tanzen aufgefordert. Sie sehen sich an und denken sicherlich das Selbe, das kann ein richtig interessanter Abend werden. Es sind wohl schon ein paar Stunden vergangen, da glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen, sie stößt ihre Freundin an, „… ist das da nicht mein Freund, mit dieser rothaarigen Friseuse“, fragt sie, „aber natürlich ist er das“. Beide sehen sich vollkommen verdutzt an, das kann doch nicht sein, er hatte mir doch hoch und heilig versprochen, daß er mit der Tussi Schluß gemacht hat und jetzt das. Sie war fassungslos, das war also seine Ausrede, von wegen beim tapezieren helfen, denkste, Tapetenwechsel war angesagt. Ein Blick genügt und sie verließ mit ihrer Freundin sofort den Saal. Er hatte sie offensichtlich nicht bemerkt und das war auch gut so, wahrscheinlich hätte sie ihm sonst eine riesige Szene gemacht.

„Kann ich heute Nacht bei dir schlafen“, fragte sie ihre Freundin. „Na klar, das versteht sich doch“, entgegnete diese. Auf dem Weg nach Hause sprachen beide kein Wort. Jetzt nur nicht an den „Scheißkerl“ denken, so oder ähnlich könnten ihre Gedanken gewesen sein. Bei der Freundin angekommen, gingen sie leise nach oben, um nicht die Eltern zu wecken. Es war nicht geheizt im Zimmer, also schnell ausziehen und ab unter die Decke. Da stand aber nur eine Liege, “was nun“, fragte sie ihre Freundin, „kein Problem, dann schlafen wir beide eben zusammen auf der Liege.“ Warum eigentlich nicht, schließlich ist sie ja meine beste Freundin und außerdem, was ist schon dabei, wir kenne uns nun schon so lange. Gesagt, getan, sie kuscheln sich aneinander, um sich gegenseitig zu wärmen und schlafen auch nach wenigen Minuten ein.

–  Endlich Ruhe  –

Am nächsten Tag werden sie fast zur gleichen Zeit wach. Aber was ist das, da  liegt die Hand der Freundin auf ihrem Bauch. Vielleicht ist sie noch im Halbschlaf und merkt davon nichts. Doch die Hand scheint da anderer Ansicht zu sein. Langsam bewegt sie sich unter ihrem Hemd nach oben, beginnt sie zu streicheln. Einen Augenblick überlegt sie, ob sie ihre Freundin nun wecken soll, um dem Spiel ein Ende zu bereiten, dann ist sie aber von den Gefühlen, die sich langsam in ihr entwickeln, so überrascht, daß sie sie gewähren läßt. Behutsam erkunden ihre Finger den Körper von oben bis unten, schon sind sie zwischen ihren Schenkeln. Sie leistet keinen Widerstand und öffnet sich langsam. Ihr wird immer wärmer, der ganze Körper ist angespannt und beginnt sich langsam in rhythmischen Bewegungen auf und ab zu beugen. Jetzt weiß sie, daß es keine Reaktionen im Halbschlaf sind. Ihre Freundin scheint nicht nur an Jungs Vergnügen zu finden. So eine Art von Zärtlichkeit hatte sie noch nicht erlebt. Nie hätte sie zuvor zugegeben, daß derartige Spiele sie so in Erregung versetzen könnten, aber es gefiel ihr von Minute zu Minute mehr. Mit den Händen allein gab sich ihre Freundin nicht zufrieden. Langsam und mit ungekannter Sinnlichkeit wurde ihr Körper zum Spielfeld für ihre Zunge, auf diesem Gebiet schien sie eine Meisterin zu sein. Es dauerte nicht lange und beide fanden ihren Liebespunkt. Denn nur bedient werden, das wollte sie auch nicht. Diese Erfahrung wollte sie dann schon auch für sich machen. Was wie eine harmlose Berührung begann, wurde zu einem ungeahnten Erlebnis. Nachdem beide matt auf ihrer Hälfte der Liege lagen, war für ein paar Minuten kein Ton zu hören. Wer würde jetzt den ersten Schritt machen und der Anderen erklären, daß es ungewöhnlich, daß es gut war und ihrer Freundschaft keinen Abbruch tat?

„Ich“, wollten beide gleichzeitig sagen, „fang` du an“, sagte im zweiten Anlauf ihre Freundin. „Ich wollte dir sagen, daß du dir keinen Gedanken machen brauchst, es war zwar für mich das erste Mal, aber es war eine sehr schöne Erfahrung, für die ich mich bei dir bedanken möchte.“

Erleichterung war im Gesicht der Freundin zu erkennen, einen Augenblick dachte sie, daß jetzt ihre Freundschaft beendet sei. Sie lächelte und traute sich in dieser Situation die Frage, „ wollen wir das demnächst wiederholen?“ „Laß mich erst einmal meine Eindrücke verarbeiten“, sagte sie, „wenn es ein nächstes Mal gibt, dann möchte ich den Ort und den Zeitpunkt bestimmen“. Damit war ihre Freundin vollkommen einverstanden, schließlich wollte sie diese langjährige Beziehung nicht wegen Zeitdruck aufs Spiel setzen.

Überfahrt

Der Himmel leuchtet in den phantastischsten Farbtönen, feuerrot, violett, golden, dunkelrot, dann wieder ein leuchtendes Gelb. Ein Maler hätte keine schönere Zusammenstellung finden können. Langsam durchtrennt der Kiel der Fähre das Wasser. Hinter ihr bilden sich große, schwere Wellen, die, je weiter sie sich vom Schiff entfernen, immer kleiner und flacher werden. Wildgänse und Schwäne, Enten und Haubentaucher lassen sich durch die Wellen treiben und schaukeln, wie kleine Boote dahin.
Auf dem Oberdeck sitzen vereinzelt Passagiere, sie erfreuen sich am Anblick des Sonnenunterganges. Immer weiter entfernt sich die Fähre von der Insel.
Es liegt eine Stimmung in der Luft, bei der man ins träumen kommt. Jetzt hier oben sitzen, eine schöne Frau im Arm, sich gegenseitig wärmen und an die schönste Sache der Welt denken.
Sie betritt das Schlafzimmer, es ist bereits weit nach Mitternacht. Ihre Hand sucht nach dem Lichtschalter.
Trotzdem sie ihn betätigt, das Licht scheint defekt zu sein. Plötzlich versucht irgend jemand ihr ein Tuch von hinten vor die Augen zu binden und sie, obwohl sie Angst vor solchen Angriffen hat, lässt es geschehen. Da ist wieder der Duft, der bekannte Duft, den sie schon einmal in ihrer Umgebung wahrgenommen hatte. Hinter ihr schließt sich die Tür. Unter ihrer Augenbinde bemerkt sie, das es doch hell im Raum geworden ist. Im Hintergrund ist leise, romantische Musik zu hören. Eine Hand führt sie. Ihr Knie stößt an etwas Hartes, die Kante vom Bett. Beinahe wäre sie gestolpert, zum Glück konnten seine starken Arm sie noch halten.
Sie bleibt stehen. Zwei Hände beginnen sie langsam von ihren Kleidern zu entledigen. Um sie herum breitet sich der bekannte Duft aus. Bei jedem Kleidungsstück, das sie verliert, steigt ihre Anspannung. Als nur noch das Höschen übrig ist und dieses behutsam nach unten gleitet, beginnt ihr Herz zu rasen. Ihr ganzer Körper steht jetzt unter Hochspannung, ihr Busen hebt sich.
Die Hände legen sie vorsichtig auf das Bett. Immer noch hat sie ihre Augenbinde um, trotzdem fühlt sie sich in jedem Augenblick geborgen, als würde sie ihren Partner schon eine Ewigkeit kennen.
Als sie mit dem Rücken auf dem Bett liegt, spürt sie etwas Weiches auf der Haut. Vom Hals ab berührt er sie. Stück für Stück, Zentimeter für Zentimeter gleitet er am Körper herunter.
Je weiter er nach unten kommt, desto schneller werden ihre Bewegungen. Ihre Atmung wird immer schneller, ihr Stöhnen immer lauter.
Als der Gegenstand die Innenseite ihrer Schenkel berührt, explodiert sie mit einem lauten Schrei zu einem unglaublichen Höhepunkt.
Völlig ermattet, aber glücklich, liegt sie auf dem Bett, nimmt ihre Augenbinde ab, um vielleicht dieses Mal die Person zu sehen, die sie so in Ekstase versetzt hatte.
Neben ihr liegt eine lange Pfauenfeder, aber im ganzen Zimmer ist niemand zu sehen. Mit einem lauten Knall fällt plötzlich die Zimmertür ins Schloss.
Er war also hier und konnte wieder ungesehen den Raum verlassen.
Ein plötzlicher Ruck – die Fähre hat am Festland angelegt.
Ich muss wohl eingenickt sein, nehme meine Sachen und verlasse das Schiff.
Auf der Rückfahrt gehen mir meine Gedanken noch einmal durch den Kopf und ich wünschte mir, Du wärst hier.

Frühling

Die Sonne leckt Tag für Tag an diesem weißen Tuch, das ihr der Winter nun schon seit drei Monaten auf die Erde gelegt hat.
Stück für Stück, jeden Tag ein bißchen mehr, schafft sie es hier ein kleines Loch am Boden, dort einen kleinen Strauch, einen Baum, einen kleinen Teich mit ihrer Wärme freizulegen. Die Kraft, die sie dem Boden verleiht, wird von den Pflanzen aufgenommen. Sie schieben sich mit den Sprößlingen durch die Erde, durch den Schnee, um endlich nach der langen Zeit im Dunklen der Sonne ein Stück näher zu sein.
Ringsum verschwindet der Rest des nun schon grauen Schneeteppichs.
Die ersten Vögel kommen aus ihren Winterquartieren zurück. Ein sicheres Zeichen, nun hält der Frühling endlich Einzug im Land.
Nichts kann ihn mehr aufhalten. Überall beginnt es zu grünen und zu blühen. Schmetterlinge tanzen durch die Luft. Es sieht fast so aus, als wollten sie von Blüte zu Blüte hüpfen.Mal gleiten sie durch die Luft, dann wieder scheinen sie kleinen Hügeln ausweichen zu wollen, die aber gar nicht vorhanden sind. Ein ständiges Auf und Ab ist ihr Flug durch die Frühlingsluft.
Auch unseren gefiederten Freunden scheint die Sonne mit ihrem Licht und ihrer Wärme neue Kraft gebracht zu haben. Seit dem Morgen üben sie schon fleißig an ihren „Gesängen“. Das ist ein trällern und pfeifen, ein zwitschern und jubilieren, daß einem das Herz aufgeht.
So nach und nach scheinen sich die ersten Pärchen zu finden.
Sie üben sich in gemeinsamen Flügen, necken sich in der Luft und erkennen dabei, ob der Partner auch ihren Ansprüchen gewachsen ist. Ist er der Richtige für ihren Nachwuchs, dann darf er bleiben. Wenn nicht, dann sieht sie sich nach einem anderen um.
Die Natur hat ihre eigenen Gesetze.
Nicht jeder, der da am besten protzen kann, ist auch der richtige Partner für eine Familie. Weibchen wissen genau, wen sie wählen sollen und bei ihm bleiben sie dann auch, wenn er nicht von einem Stärkeren verdrängt wird. Und schließlich die Menschen. Wie die Natur, so putzen auch sie sich heraus. Tanken wo sie können die Energie der Sonne, wollen dabei unbedingt jeden der Sonnenstrahlen erhaschen. Was stellen sie nicht alles an, um schon vor der eigentlich warmen Jahreszeit ihrer Haut die Blässe des Winters zu nehmen. Ob auf dem Balkon, auf den Badewiesen oder einfach in den Strandkaffee´s, überall wird die Sonne aufgesogen. Jeder möchte so schnell wie möglich die Wärme in sich aufnehmen. Und da ist ja noch das Phänomen der „Frühlingsgefühle“. Je höher die Sonne steigt, desto mehr sie wärmt, je mehr scheinen diese Gefühle Besitz von den Menschen zu ergreifen. Die Röcke der Mädchen werden kürzer und die Bäuche der Männer werden kleiner. Jeder versucht den besten Eindruck beim anderen Geschlecht zu hinterlassen und viele sind auf der Suche nach einem neuen Partner.
Der Winter und der Frust der Einsamkeit und Kälte hat sie zum Nachdenken angeregt. So bringt jedes Jahr mit seinem Frühling auch immer wieder einen Neuanfang in  der Welt.

schließe die Augen

Der Tag war anstrengend, du bist vollkommen fertig, was dir jetzt fehlt ist ein heißes Bad, eine schöne Tasse Tee und dann ein warmes Bett, endlich einmal ausschlafen.
Du hast es gerade noch geschafft dich auszuziehen und bist unter deiner Bettdecke schon fast verschwunden, da bemerkst du aus der Ferne eine Musik und einen dir vertrauten Geruch, der dich neugierig macht.
Du stehst auf, öffnest deine Zimmertür und traust deinen Augen nicht, denn eigentlich kann das nicht sein, plötzlich stehst du in einem völlig mit exotischen Pflanzen bewachsenen Raum.
In einer Wand entdeckst du einen Kamin. In ihm lodert ein helles, wärmendes Feuer, davor liegt ein weißer Teppich, der wie ein Fell aussieht.
Auf einem Tisch, der wie aus einem Stamm geschnitzt zu sein scheint, steht eine Flasche Sekt, daneben zwei Gläser, die bereits gefüllt sind.
Neben dem Sekt stehen die schönsten Früchte, Äpfel, Orangen, Weintrauben und eine Schale mit großen, roten, saftigen Erdbeeren.
Und jetzt erinnerst du dich an den Duft, es waren die Erdbeeren, aber nein, da ist noch ein anderer Duft, viel intensiver, aufregender.
Dein Herzschlag wird schneller, du siehst dich im ganzen Raum um, niemand ist zu sehen. Eine warme Stimme sagt plötzlich zu dir: „Nimm doch Platz, es ist alles nur für dich“.
Du kennst diese Stimme nicht, dennoch kommt sie dir vertraut vor und du folgst ihr bereitwillig.
Du machst es dir gerade auf dem Fell bequem, da reicht dir, wie von Geisterhand jemand ein Glas Sekt und die Schale mit den Erdbeeren.
Doch es ist niemand zu sehen. Du nimmst das Glas in die eine Hand und eine Erdbeere aus der Schale in die andere und wie du gerade überlegst, ob du erst die Beere oder doch den Sekt probieren solltest, verschüttest du etwas von dem Sekt auf deinen Körper. Er läuft langsam und perlend an deinem Hals herunter.
Da ist auf einmal wieder dieser Duft, noch stärker, du glaubst ihn genau vor dir, schließt deinen Augen, denn du willst ihn genießen und spürst zwei Lippen, die sich sanft auf deinen Hals legen, immer dem Sekt folgend.
Schnell läßt du noch mehr Sekt den Hals hinunterlaufen und die Lippen folgen ihm immer weiter. Sie erreichen deinen Busen, sie umschließen deine Knospen, die sich vor Erregung aufrichten.

Du spürst, wie seine freche Zunge den Sekt aus dem Nabel zu holen scheint und immer noch folgen ihm die Lippen, bestrebt, keinen Tropfen von dem prickelnden Naß zu verlieren.
Ein letzter Schluck ist noch im Glas und du schickst ihn mit etwas Schwung auf die Reise, denn dir gefällt diese Art der Entdeckung.
Dein Körper ist eine wunderschöne Fläche für dieses Spiel. Der Sekt hat seinen Weg gefunden, genau an jene Stelle, an der die Lippen dich in einen Rausch versetzen, in einen Tanz, der deinen ganzen Körper in Bewegung bringt.
Du spürst die Hitze in dir aufsteigen, deine Hände suchen nach dem Kopf und dem Körper, der zu diesen so Lust spendenden Lippen gehört, doch du kannst niemanden fühlen, du willst gerade die Augen öffnen, um ihn zu sehen

– – – da klingelt der Wecker! – – –

Was für ein Traum, …“ob er jemals wiederkommt „…

hier möchte ich sein

Aus der Ferne ist das Brummen eines Motors zu hören. Über der Landebahn, mitten im Wald, wird eine Staubwolke durch den Wind aufgewirbelt. Wie ein Teppich erhebt sich der Staub in die Höhe und versperrt dem Piloten der kleinen einmotorigen Maschine de Sicht auf die Piste. Es gelingt ihm dennoch mit geschickten Manövern und seiner Erfahrung das Flugzeug sicher zu landen. Die Maschine rollt aus und bleibt mitten auf dem Platz stehen.
Am Ende der Rollbahn ist eine mit Wellblech verkleidete Hütte zu sehen, die aussieht, wie eine zerfallenen Tankstelle. Sie dient wohl bei Regen als Unterstellmöglichkeit für die Passagiere, aber wann gibt es in dieser Einöde schon einmal einen Fluggast. Hinter dem Haus kommt ein Jeep hervor, der auf die Maschine zufährt. Beim Flugzeug öffnet sich die Tür und eine Leiter klappt herunter. Eine Frau betritt die erste Stufe und geht langsam die kleine Treppe hinunter. Sie trägt ein schwarzes Kleid mit einem weiten Ausschnitt, hochhackige Schuhe mit einem dünnen Absatz, eher etwas für einen Ball, statt für diese Wildnis. Auch ihr Aussehen ist so anders als das der Frauen hier.
Sie hat lange blonde Haare, die ihr weit über die Schulter reichen, gepflegte Hände und Fingernägel, die nach Maniküre aussehen, ein wunderschönes, gepflegtes Gesicht, mit tiefblauen Augen. Als sie den ersten Fuß in den losen Sand setzt, versinkt ihr Schuh und sie stolpert über ihre eigenen Füße. Zum gleichen Zeitpunkt ist der Jeep bereits an der Treppe des Flugzeuges angekommen. Er hat ein durchgeschwitztes Turnhemd an und trägt eine schon stark verblichene Jeanshose. Sein Gesicht ziert ein etwas ungepflegter Dreitagebart. Er sieht die Frau stolpern, springt aus seinem Fahrzeug heraus und kann sie gerade noch rechtzeitig auffangen, bevor sie das Gleichgewicht verliert und auf den Boden fällt.
„Das gehört hier zum Service“, sagt er mit einem Lächeln.
Sie sieht in sein Gesicht: Seine dunklen Augen leuchten sie an. Trotz seiner schmutzigen Kleidung und seines ungepflegten Bartes, ist er ein attraktiver, gut gebauter Mann. Einer von der Sorte Mann, die einer Frau gefährlich werden kann. „Sie sollten sich dringend anderes Schuhwerk und auch andere Kleidung besorgen, wenn sie hier länger bleiben wollen. Ich bin Ihnen bei der Suche nach der passenden Bekleidung gern behilflich.“ Mit diesen Worten setzt er sie behutsam auf dem Beifahrersitz des Jeeps ab. Nachdem er den verlorenen Schuh geholt hat, fährt er mit der Frau los. „Wo kann ich Sie denn absetzen“, fragt er während der Fahrt. „Ich weis es noch nicht, ich habe noch kein Hotel.“ „Ein Hotel, hier bei uns, das wäre ja ganz neu, daß es hier ein Hotel gibt. Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Sie kommen mit zu mir. Ich habe ein großes, altes Haus mit vielen Zimmern. Da findet sich auch ein passendes für Sie. Was halten Sie von meinem Vorschlag?“ Sie zögert eine Moment, mit einem wildfremden Mann einfach so in sein Haus mitfahren, das wird sicherlich Komplikationen geben. Auf der anderen Seite ist er mir ja recht sympathisch, warum sollte ich es nicht wenigstens versuchen. Wenn es nicht geht, kann ich mir immer noch eine andere Unterkunft suchen. Als sie vor dem Haus stehen, stellt sie fest, daß er nicht übertrieben hat. Es ist ein großes, altes Farmerhaus, zwei Stockwerke mit vielen Fenstern. Beim Hineingehen ist sie erstaunt über die hohen Räume und die Ordnung die in ihnen herrscht. Das hätte sie einem offensichtlich alleinstehenden Mann nicht zugetraut. „Ich bin zwar kein guter Koch, möchte Sie aber dennoch herzlich zum Abendessen einladen, vorausgesetzt Sie mögen ein saftiges Steak.“ Einer solchen Einladung kann sie nicht widerstehen und nimmt mit einem Lächeln dankend an. „Geben sie mir bitte Ihre Tasche und folgen Sie mir, ich zeige Ihnen jetzt Ihr Zimmer.“ Er geht eine langgezogene Wendeltreppe herauf, an deren Ende ein großer Flur ist. „Ihr Zimmer ist gleich hier, auf der linken Seite. Sie haben eine wunderschöne Aussicht direkt auf die Ranch. Von hier aus können Sie jeden Tag die Pferde beobachten, wenn sie von den Stallungen kommen.
Seien Sie bitte pünktlich um acht Uhr zum Essen unten.“ Mit diesen Worten verläßt er das Zimmer. Die alte Standuhr im Wohnzimmer schlägt acht Mal, pünktlich kommt sie die Treppe herunter. Ihr Anblick verschlägt ihm fast die Sprache. In einem langen schwarzen Kleid, das nur von zwei schmale Trägern gehalten wird und dessen Rücken bis zur Hüfte frei ist, geht sie vorsichtig, einen Fuß vor den anderen setzend, Stufe für Stufe die lange Treppe hinunter. Er steht wie angewurzelt da und schaut jedem ihrer Schritte zu. Wann hatte er zum letzten Mal eine so schöne Frau, in einem solchen Aufzug gesehen? Er konnte sich nicht mehr erinnern. Er ging ihr zur Treppe entgegen, streckte seinen Arm aus und fragte sie höflich, „darf ich es wagen, Arm und Geleit Ihnen anzutragen?“ Dabei blickte er ihr tief in die Augen. „Das Sie Goethe kennen hätte ich nicht vermutet.“ Es war bereits alles fertig gedeckt. Auf dem Eichentisch stehen Kerzen. Ihr schwacher Schein läßt den Raum in einem romantischen Licht erscheinen. Im Kamin loderte ein wärmendes Feuer. Nach etwa zwei Stunden standen beide auf. Es war ein ausgiebiges Mahl. Er wollte sich gerade mit ihr an den Tisch neben dem Kamin setzen, als sie mit dem Geschirr abräumen beginnt. „Lassen Sie das bitte stehen, ich räume später ab. Sie sind mein Gast und brauchen hier nicht zu helfen.“ Er nahm ihr den Teller aus der Hand und stellte ihn wieder zurück auf den Tisch. Mit einer Geste der Hand forderte er sie auf, sich neben ihn, auf einen alten hohen Sessel zu setzen und sagte zu ihr, „dies ist Ihr Platz für den heutigen Abend und wenn Sie möchten auch für den Rest Ihres Aufenthaltes.“ Sie bedankte sich höflich und setzte sich. Im Verlauf des Abends unterhielten sie sich darüber, was sie eigentlich in dieser verlassenen Gegend wollte. Erst weit nach Mitternacht gingen beide schlafen. Er war sehr angetan von dieser Frau, ihrer Art sich zu unterhalten, sich zu bewegen, ihrer ganzen Erscheinung. Hatte er sich etwa in sie verliebt? In der folgenden Woche hatten sie nur wenig Zeit füreinander. Sie mußte sich um ihre Arbeit kümmern, wegen der sie ihr Büro geschickt hatte und er hatte viel Arbeit auf seiner Farm. Am Samstagmorgen, die Sonne stand schon hoch am Himmel, trafen sich beide an der Pferdekoppel. Sie wurde bereits erwartet. Ihr Gastgeber hatte einen Schimmel und einen Rappen gesattelt.
„Ich dachte mir, an einem so schönen Tag reiten wir heute aus. Ich habe für Sie den Schimmel gesattelt. Es ist ein lammfrommes Tier und läßt sich durch nichts aus der Ruhe bringen, es sei denn Sie beißen ihn.“ Er lacht, dann fragt er sie, „haben Sie eigentlich schon einmal auf einem Pferd gesessen?“ „ Ja, aber das ist schon ziemlich lange her, ich weis gar nicht, ob ich das Reiten nicht schon wieder verlernt habe. Hoffentlich wirft es mich nicht ab.“ Soetwas verlernt man nicht,“ antwortet er ihr und schmunzelt dabei. „Ich kenne eine Strecke, die sich ganz einfach reiten läßt und für Sie genau das Richtige ist. Wir versuchen es einfach einmal und werden ja sehen, ob Sie es noch können.“ Es geht an seiner Farm vorbei, in einen Wald hinein. Mitten im Wald ist ein wunderschöner, blauer See, an dem sie Rast machen. Sie lassen die Pferde frei laufen und setzen sich an das Ufer. Die Sonne meint es an diesem Tag besonders gut und beide sind schon ziemlich durchgeschwitzt. „Was halten Sie von einem erfrischenden Bad?“ „Aber ich habe kein Badezeug mitgenommen. Sie hätten mir vorher sagen müssen, daß wir die Gelegenheit zum baden haben.“ „Das macht nichts, ich habe auch nichts mit, dann gehen wir ohne Sachen ins Wasser.“ Sagt es und beginnt sich auszuziehen. Sie schaut ihm verlegen zu und wartet ab. „Wollen Sie nicht,“ fragt er, nachdem er nurnoch seine Unterhose an hat. „Ich möchte schon, aber ich geniere mich ein wenig. Würden Sie sich bitte umdrehen, während ich mich ausziehe und warten, bis ich im Wasser bin.“ Schmunzelnd befolgte er ihre Bitte. Als er hörte, daß sie im Wasser ist, zieht er sein letztes Kleidungsstück aus und kommt hinterher. Die Oberfläche des Sees war spiegelglatt, nur das Geplansche der beiden, unterbricht die Fläche.
Schweigend schwimmen sie nebeneinander her, ständig Blicke miteinander tauschend. Plötzlich wird es über ihnen dunkel und aus der Ferne ist das Grollen des Donners zu hören. Ein Gewitter zieht auf. „Wir sollten so schnell wie möglich das Wasser verlassen,“ sagte er zu ihr, „hier sind die Unwetter oft sehr heftig und es ist besser nicht mehr im See zu sein, wenn das Gewitter in der Nähe ist.“ Schnell schwimmen sie ans Ufer, ziehen ihre Sachen an und reiten mit den Pferden davon. Die ersten Regentropfen sind zu spüren. „Ich kenne eine verlassenen Hütte, nicht sehr weit entfernt von hier, da finden wir Unterschlupf, bis das Unwetter vorüber ist.“ Sie reitet ihm hinterher und nach zirka 5 Minuten sind sie bei der Hütte. Sie sieht nicht nur verlassen aus, sondern macht auch einen nicht gerade vertrauenserweckenden Eindruck. Er muß wohl ihre Gedanken erahnt haben und sagt zu ihr, „keine Angst, in dieser Hütte habe ich schon so manches Gewitter überstanden.“ Seine Worte räumten zwar ihre Zweifel nicht völlig aus, beruhigten sie aber fürs Erste. In der Hütte gab es kein Licht, nur ein paar alte Kerzenständer und einen schon sehr maroden Kamin. „Ich werde uns zuerst Licht machen, damit wir überhaupt etwas sehen können, danach heize ich den Kamin an. In meiner Ledertasche habe ich für alle Fälle eine dicke Decke mit, die wird zum Wärmen reichen, bis die Kleidung am Kamin trocken ist.“ „Glaubt er denn, ich ziehe mich jetzt vor ihm so einfach aus und wir gehen zusammen unter eine Decke?“ Diese Gedanken hatte sie bei seinen Worten. Auf der einen Seite wollte sie den Anstand waren, auf der anderen gefiel ihr der junge Mann aber so sehr, daß sie nichts gegen ein Abenteuer mit ihm hatte, schon gar nicht, nachdem sie seinen vollendeten Körper gesehen hatte, als er aus dem Wasser kam. Also willigte sie auf seinen Vorschlag nach längerem Zögern ein.
Sie zogen beide ihre nassen Sachen aus und legten sie über ein, vor dem Kamin, gespanntes Seil zum Trocknen. Danach setzten sie sich zusammen vor das Feuer und legten sich die Decke um. „Ist ihnen kalt, sie zittern ja?“ „Ja, mich fröstelt ein wenig, das Wasser im See war doch recht kühl.“ Er legte seinen Arm um ihre Schulter und zog sie langsam zu sich heran. Sie ließ es ohne jeden Kommentar geschehen und nach einer Weile legte sie ihren Kopf auf seinen Schulter, rückte noch etwas dichter an ihn heran. Seine Wärme, die Geborgenheit in seiner Nähe mochten wohl der Grund gewesen sein, sie schlief neben ihm ein. Als sie erwacht, war das Unwetter schon lange vorüber. Die Sonne schickte ihre wärmenden Strahlen durch die Ritzen der Bretterwand. Sie langen noch immer zusammen, allerdings hatte sie ihren rechten Arm um seinen Hals gelegt, ihren Kopf auf seiner Brust. Einen Moment erschrak sie bei dieser Geste, hob ihren Kopf und wollte gerade ihren Arm zurückziehen, überlegte es sich dann aber doch und lehnte sich wieder an seinen warmen Körper. Ganz vorsichtig begann sie mit ihren Fingerspitzen in seinen Haaren zu spielen, streichelte seine Ohrläppchen, berührte seinen Hals und begann mit ihren Lippen an seiner Brust zu knabbern. Wann hatte sie das letzte Mal mit einem Mann in solch einer Umgebung zusammen gelegen? Hatte sie überhaupt schon einmal solch eine Situation in ihrem Leben gehabt? Soviel sieh auch nachdachte, dies war wohl das erste Mal. Er blieb regungslos liegen, konnte er etwa bei diesem Spiel schlafen oder empfand er nichts bei ihren Zärtlichkeiten?
Sie ließ sich nicht davon abhalten, seinen Körper weiterhin mit ihren Lippen zu liebkosen. Behutsam begann er mit seinen Fingern ihren Rücken zu streicheln, langsam von oben nach unten. Sie bekam eine Gänsehaut bei diesem Gefühl, das ihren ganzen Körper durchzog. Als sich ihre Lippen endlich zum Kuß trafen, war es mit der Zurückhaltung vorbei. Sie umschlingen sich mit ihren Händen und Füßen, drehen sich auf dem Boden hin und her. Die Kerzen sind bereits abgebrannt, nur die Glut im Kamin erwärmt jetzt noch den Raum. Aber Wärme von Außen brauchen sie beide längst nicht mehr. Ihre Körper sind von dem gemeinsamen Spiel so aufgeheizt, daß man gegen das Licht, das durch die Ritzen der Wände eindringt, die Hitze der Haut wie kleine Wölkchen aufsteigen sehen konnte. Zwei Stunden später liegen ihre Körper wieder nebeneinander, ineinander verschlungen, erschöpft. „Wir sollten diese Art von Ausritt unbedingt wiederholen,“ sagt sie zu ihm, zufrieden und rundherum glücklich. Fast jede freie Minute nutzten sie beide für dies Art von „Freizeitbeschäftigung“, an verschiedenen Orten und er kannte sehr viele.
Die zwei Wochen ihres Aufenthaltes vergingen wie im Fluge. Der Tag der Abreise war gekommen. „Ich hasse Abschiede, laß uns hier „Auf Wiedersehen“ sagen. Du kannst Dir den Jeep nehmen, ich hole ihn mir vom Rollfeld ab. Hier ist noch nie etwas weggekommen, du brauchst Dir also keine Gedanken machen. Ich weis, wir werden uns nicht mehr wiedersehen, dazu sind unsere Welten zu weit voneinander entfernt, aber Du sollst wissen, daß ich Dich aufrichtig liebe und dieses Gefühl in meinem Herzen bewahren werde, solange ich lebe.“
Sie geben sich einen langen Abschiedskuß, dann steigt sie in den Wagen und fährt los. Als sie schon eine Weile fort ist, kommen ihm Zweifel, ob es richtig war, sie einfach gehen zu lassen. Er nimmt sich ein Pferd und reitet ihr nach. Als er am Rollfeld ankommt, sieht er nurnoch die Staubwolke der Maschine. Der Jeep ist am Ende der Piste abgestellt. Mit gesengten Kopf, traurig und niedergeschlagen reitet er zurück.
Der Staub ist verflogen und wie von Geisterhand ist da die Silhouette eines Menschen zu erkennen. Immer schärfer werden die Konturen, ist sie es oder spielt ihm seine Phantasie einen Streich? Tatsächlich, sie ist es wirklich, sie sitzt nicht in der Maschine, sie ist hier geblieben.
Er reitet wie der Teufel zu ihr hin, springt vom Pferd, fällt ihr um den Hals, drückt und küßt sie. „Ich glaube, ich werde es eine Zeit hier versuchen. An den Gedanken morgens neben Dir aufzuwachen könnte ich mich gewöhnen.“

Frau in schwarz

Blumen, überall ein Meer von Blumen, alle sind zu einem Hügel aufgetürmt. An einigen der Gebinde sind schwarze Spruchbänder befestigt. Auf ihnen stehen mit goldener oder silberner Schrift persönliche Worte, nur für den einen Zweck, sie sollen die Trauer und Anteilnahme all jener Menschen zum Ausdruck bringen, die ihn gekannt haben. Ihn, den so viele glaubten zu kennen, von denen aber nur die Wenigsten wußten, wie er wirklich war, wie er lebte, was er fühlte. Fast unbemerkt von der ganzen Trauergemeinde steht abseits eine junge Frau. Sie ist vollkommen in Schwarz gekleidet, trägt einen schwarzen Schleier, hat darunter eine schwarze Sonnenbrille aufgesetzt, so daß sie von niemandem erkannt werden kann. Die Tränen laufen über ihr Gesicht, bilden schwarze Ränder von der Wimperntusche auf ihrer Haut. Sie trauert im Stillen für sich allein, leise, ohne einen Laut, ohne ein Klagen. Könnte ihr Herz sprechen, es würde schreien, so laut schreien, daß es über den ganzen Friedhof zu hören wäre. Sie war die Einzige, die ihm in seinen letzten Tagen zur Seite stand. Sie sah all diese Heuchler, die sich hier versammelt hatten. All jene, die sich um ihn gescharrt hatten, als er noch gesund war, er sie alle aushalten konnte. Sie hatten ihn in seiner schweren Zeit allein gelassen. Unbemerkt von diesen Schmarotzern hatte sie ihm immer zur Seite gestanden. Er brauchte sie nicht anzurufen, um ihr zu sagen, wie es ihm gerade ging. Nein, sie rief ihn an und an seiner Stimme erkannte sie genau, wie es in ihm aussah. Sie war es, die in seinen Augen die wahren Gefühle erkannte, sie konnte darin lesen, wie in einem Buch.
Und heute, an seinem letzten Gang, auf seinem letzten irdischen Weg, da waren sie alle wiedergekommen. Wohl in der Hoffnung, von dem großen Kuchen noch ein Stück abzubekommen. Und da war ja auch noch die Presse, und die vielen Kameras, die diesen Akt der Trauer „live“ übertrugen. Man wird gesehen, ist in aller Munde, man gehört zum erlesenen Kreis derer, die ihn kannten. Welch ein Hohn für sie. Ein paar Wochen später. Die Blumen waren längst verdorrt. Das Grab war mit kleinen Lebensbaumbüschen umsäumt. Jetzt erinnerte nur noch ein schlichter Stein an ihn. Auf diesem war zu lesen:

„Ihr, die ihr mich zu kenne glaubtet,
denkt an Euch selbst!
Du, die Du mich liebtest,
behalte mich in Deinem Herzen!

der Teufel

Ich schrecke auf.
An der Wand ist nur schemenhaft eine Gestalt zu erkennen. „Willst du das ewige Leben,“ höre ich sie fragen. Mir fährt es eiskalt über den Rücken, welch` eine Frage. Ewig leben, wer würde bei diesem Satz nicht ins Grübeln kommen. Noch bevor ich diesen Gedanken richtig beendet habe, willige ich ein. Gleich welchen Preis auch immer ich dafür zu zahlen habe, nichts kann so wertvoll sein, wie die Ewigkeit. „Gut, so sei es,“ sagt die Gestalt und tritt in das fahle Mondlicht. Was für eine Fratze, nicht einmal ein Bild von Picasso könnte einen Menschen so entstellen. Er kommt leicht hinkend auf mich zu, „du mußt nur noch diesen Vertrag unterschreiben, damit unser Deal auch gilt.“ Ich will gerade nach dem Kugelschreiber auf dem Nachttisch greifen, da beginnt er zu lachen. Ein Lachen, das ganze Häuser weit noch zu hören sein muß, doch niemand wird davon wach.
„Du Dummerchen, glaubst du etwa dies ist ein einfacher Vertrag, hier wird mit deinem Blut unterschrieben. Ich möchte doch nicht, daß du hinterher, wenn die Nacht gegangen ist Alles nur für einen Traum hältst.“ Schon hat er ein scharfes Messer in der Hand und hält es mir vor das Gesicht. „Gib mir deine Hand.“ Ich strecke etwas zitternd meine linke Hand vor und wie in Windeseile macht er mit dem Messer in meinen Zeigefinger einen kleinen Schnitt. Kaum bemerkt hängt ein großer Tropfen des roten Lebenssaftes an meinem Finger. Er nimmt seine mitgebrachte Feder und taucht sie in den Tropfen. „Jetzt kannst du unterschreiben, dann gilt erst der Vertrag.“
Einen Moment zögere ich, was, wenn dies alles kein Traum ist, was wenn es wirklich geschieht? Diese Gedanken wird wohl erst der nächste Morgen beantworten. Der Morgen graut, die Sonne beginnt ihre Bahn, so wie jeden Tag. Ich liege verschlafen in meinem Bett. Was hatte ich denn diese Nacht für einen schrecklichen Traum. Meine Gedanken lassen meine linke Hand wie von selbst unter der Bettdecke hervorkommen.
Das kann nicht sein, das ist einfach nicht möglich, ich habe doch nur geträumt.
An meinem Zeigefinger ist ein kleiner, kaum sichtbarer Ritz, um den herum sich schon etwas Schorf gebildet hat. Sollte ich wirklich . . . Habe ich diesen Vertrag unterschrieben? Mir wird schlecht, ich gehe ins Bad und sehe in den Spiegel.
Ein Spiegelbild habe ich noch, ach ja, das war ja auch eigentlich die Geschichte mit den Vampiren, dennoch wird mir nicht besser. Wie bekomme ich jetzt am schnellsten heraus, ob das Alles nicht doch nur ein böser Traum war? Das ewige Leben hatte er gefragt, also müßte ich ja ab heute unsterblich sein. Eine Tatsache, die sich leicht überprüfen läßt. Wir wohnen hier doch im zehnten Stock, wenn ich aus dem Fenster springe, müßte ich nach dem Aufprall einfach aufstehen können, so als wäre nicht passiert. Ich öffne das Fenster. Ganz schön hoch hier, ich beuge mich weit hinaus, soll ich oder soll ich nicht?
Aber schließlich habe ich ja einen Deal mit dem Teufel persönlich. Ich springe hinunter, es ist ein harter Aufschlag. Wie ein Vorhang läuft vor meinen Augen das rote Blut über mein Gesicht. Das kann doch nicht sein?! Er hatte mir doch das ewige Leben versprochen und mich den Vertrag unterschreiben lassen. Mein Leben beginnt wie mit Lichtgeschwindigkeit an mir vorüber zu ziehen. Was stand da alles im Vertrag, und auf der Rückseite?
… nicht bei Selbstmord.
Er hat mich gelinkt, der Teufel hat mich gelinkt! Ich schreie auf, sehe auf einmal einen Tisch und vor mir liegt mein altes Hemd. „Na, mein Junge, hast du dich wieder einmal mit der Nadel beim Knopfannähen gestochen?“, fragt mich meine Mutter.


Und die Moral von der Geschichte!


Man sollte immer das Kleingedruckte in Verträgen lesen und vor allem nicht auf den Teufel hören. Schöne Worte allein genügen nicht, denn er verspricht nur,
ER muß es ja nicht halten.

das erste Mal

Kalt ist es geworden. Die Sonne scheint zwar, aber um diese Jahreszeit wärmt sie nicht und schon gar nicht, wenn man auf einem Motorrad sitzt.
Die Maschine ist schon ein altes, betagtes Stück, tut aber noch ihren Dienst und mehr verlange ich ja auch nicht. Der Schnee blendet mich und ich habe große Schwierigkeiten nicht mit dem Gegenverkehr auf der Straße in Berührung zu kommen. Links und rechts von der Fahrbahn fehlen schon ein paar Zentimeter, der Wind hat eine bizarre Landschaft gezaubert und sich einen Teil der Straße dafür genommen. Die Schneewehen sind an manchen Abschnitten der Straße höher als ich sehen kann, richtige Berg- und Tallandschaften.
Dennoch habe ich mich heute morgen auf den Weg gemacht, um zu meiner Freundin zu fahren. Sie wohnt über hundert Kilometer entfernt, aber das hat mich noch nie daran gehindert, sie mit dem Motorrad zu besuchen. Der Gedanke an sie hält mich innerlich warm.
Sie ist meine erste, richtig große Liebe. Nicht einfach nur Händchenhalten und kleine Zettel im Unterricht von Bank zu Bank reichen, nein, diesmal scheint es mich richtig erwischt zu haben.
Bei unserer letzten Begegnung hat sie mir gesagt, daß wir an diesem Wochenende bei ihrer Schwester eingeladen sind.
Ich bin schon richtig aufgeregt, denn wir wollen dort übernachten. Wenn ich bei ihren Eltern zu Besuch bin, dann schlafe ich immer in der Veranda auf der Couch und sie in ihrem Zimmer, im Dachausbau. Miteinander zu schlafen, auf diese Idee bin ich bis heute noch nicht einmal im Traum gekommen.

Was haben wir nicht schon Alles im Sommer unternommen. Morgens früh, um kurz vor drei sind wir heimlich und leise aufgestanden. Direkt an ihrem Haus, am Ende des Gartens, ist ein See. Man muß nur den Gartenweg entlang gehen und schon fällt man am Ende ins Wasser. Also haben wir uns gedacht, warum eigentlich nicht einmal völlig unbeobachtet baden.
Wer jetzt denkt, wir hätten uns dabei nackt ausgezogen, falsch.
Wie es sich gehört hatten wir beide unsere Badesachen an. Sie einen Bikini, der ihr unwahrscheinlich gut stand und mir einen Anblick bot, den ich nicht vergessen werde, ich hatte eine „Dreieckbadehose“. Nicht gerade eine Schönheit, aber sehr praktisch, denn man konnte diese Hosen an und ausziehen, ohne dabei die darüber sitzende Hose ausziehen zu müssen. Ich wäre ja vor Schamröte versunken, hätte ich mich vor ihr ausziehen müssen. Wir waren bestimmt schon eine gute Stunde im See, da begann es langsam heller zu werden, jetzt aber schnell aus dem Wasser. Schließlich kann man unter den nassen Sachen alles sehen, was sonst versteckt ist und das wollte ich nicht.
Wir legten uns wieder ins Bett, jeder in sein eigenes, wie es sich gehörte. Der Eindruck vom gemeinsamen Bad ließ mich an diesem Morgen nicht gleich wieder einschlafen. Ich lag wohl noch eine gute Stunde lang wach, bis mich die Müdigkeit übermannte. Am nächsten Tag sind wir im Wald spazieren gegangen.

Es ist eine sehr schöne, romantische Gegend, in der sie wohnte. Wie schon erwähnt, lag direkt am Grundstück der See und rings um das kleine Dorf war ein Wald, der sich, so weit das Auge reichte, über die ganze Umgebung zu erstrecken schien. Man konnte  stundenlang in ihm spazieren gehen, ohne an einen Waldrand zu gelangen. Wir gingen damals noch „brav“ Hand in Hand, eine Umarmung traute ich mich noch nicht. Ich hatte viel zu viel Angst etwas kaputt zu machen. Bei ihrer Schwester angekommen, wurden wir erst einmal mit einem Glas Sekt begrüßt. Und schon habe ich mich das erste Mal blamiert, jedenfalls sah ich das damals so, denn ich bekam, das Glas noch nicht einmal halb ausgetrunken, einen roten Kopf. Den Grund dafür weiß ich heute nicht mehr. Der Abend war sehr lustig. Ihre Schwester erzählte, was meine Freundin so alles angestellt hatte, nicht zuletzt auch eine Geschichte von ihrem ersten Freund, die mich aufhorchen ließ. Daß sie nicht mehr „Jungfrau“ war wußte ich schon, dennoch war es ein komisches Gefühl zu erfahren, daß da schon ein „Vorgänger“ war. Immerhin war sie meine Erste und damals gab es schon so ein Gefühl wie Eifersucht.

Aber bei all der Unterhaltung verflog dieser Gedanke relativ schnell wieder und ehe wir es uns versahen, standen die Zeiger der Uhr schon weit nach Mitternacht. „ Ihr schlaft beide im Wohnzimmer auf der Couch“, sagte ihre Schwester.
Ein Stück Möbel, auf dem eigentlich nur einer von uns beiden so richtig Platz hatte. „Gute Nacht ihr beiden und träumt was Schönes“, verabschiedete sie sich und machte das Licht aus. Nur der schwache Schein der Kerze, die auf dem Tisch in der Mitte des Raumes stand, ließ noch ein fahles Licht im Zimmer zurück. „Ich bin müde“, sagte meine Freundin, „laß uns schlafen gehen“. Naiv wie ich damals war, dachte ich natürlich, sie meinte das, was sie gesagt hatte. Also pustete ich die Kerze aus, damit wir uns ausziehen konnten. Mit ein paar Hindernissen, es war schließlich stockfinster im Zimmer, schaffte ich es, mich meiner Sachen zu entledigen, bis auf meine Unterhose, die hatte ich anbehalten. Vorsichtig legte ich mich zu ihr unter die Decke. Ich wußte nicht, wie ich mich drehen sollte, um sie ja nicht zu berühren. Auf einmal kam ihre Hand zu mir herüber und streichelte mich auf dem Bauch. Mein Herz schlug plötzlich so stark, daß ich glaubte, es springt mir aus dem Hals. Sie drehte sich langsam zu mir herüber und küßte mich zärtlich auf den Mund. Ich glaubte noch mehr Erregung nicht aushalten zu können, erwiderte  ihren Kuß und merkte, wie so nach und nach mein Herzschlag wieder normal wurde.
Jetzt wurde ich schon neugieriger und begann sie mit meinen Finger sacht, erst am Hals und dann immer tiefer zu streicheln. Die nächste Erregung ließ nicht lange auf sich warten. Sie hatte ja gar keinen BH um. Ich berührte das erste Mal ihre Brüste, was für ein Gefühl. Gesehen hatte ich ja schon viel, auf Bildern, in Zeitschriften, einmal sogar auf einem verbotenen Kartenspiel, das wohl eher der Anschauung, als dem Spiel zu dienen schien. Aber so richtig berühren, den Herzschlag mit den eigenen Fingern zu spüren, das war ja wohl das Größte. Ich wollte gar nicht damit aufhören, aber offensichtlich wußte sie genau, was sie wollte, denn ich spürte, wie sie mit ihrer Hand die meine vorsichtig immer tiefer führte, bis zu ihrem Bauchnabel. Ein kleines Stück weiter traute ich mich dann noch selbst. Sie hatte ihren Slip noch an und ich beschloß an dieser Stelle umzukehren, um mit meinen Finger wieder ihre festen, großen Brüsten zu streicheln. Von mir völlig unbemerkt, muß sie dann irgendwann ihren Slip doch ausgezogen haben. Jedenfalls zog ihre Hand meine wieder nach unten und wieder kurz unterhalb ihres Nabels ließ sie mich allein. Und wie von selbst wanderte ich Stück für Stück weiter. Was war das, kein Slip mehr, ich fühlte auf einmal einen leichten Flaum von Haaren. Jetzt packte mich die Neugierde erst richtig. Wie fühlt sich das an, von dem alle reden, das ich aber noch nie berührt hatte. Wieder begann mein Herz zu rasen. Es war ganz warm an dieser Stelle und je tiefer ich kam, desto feuchter wurde ihre  „Haut“.

Sie begann sich langsam hin und her zu bewegen und ich wunderte mich über ihre Laute, die sie von sich gab. Ein Gemisch aus Weinen, Stöhnen, leisem Schreien. Ich verstand es nicht. „Hab ich dir weh getan,“ fragte ich unbeholfen, „nein, nein“, antwortete sie leise mit etwas zitternder Stimme, „es ist schön so, es gefällt mir, komm, mach bitte weiter.“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, schließlich wollte ich ja, daß es ihr gut geht.  –  Ganz schön naiv oder

Sie wurde immer lauter und ich hatte Angst, daß uns ihre Schwester hören konnte. Fast hätte ich ihr das Kissen über den Kopf gelegt, aber aus irgendeinem Grund tat ich es dann doch nicht. „Komm, zieh deine Hose aus,“ bat sie mich zärtlich. Was hatte sie den jetzt vor, warum mußte ich meine Hose ausziehen? „ Jetzt lege dich auf mich,“ flüsterte sie. Ich tat, was sie wollte und drehte mich behutsam auf die Seite, um mich anschließend auf sie zu legen. Es war wirklich eine sehr enge Liege und beinahe wäre ich herunter gefallen, aber irgendwie lag ich dann doch auf ihr. Was aber sollte ich jetzt machen? Ich hatte ja überhaupt keine Erfahrung, was man mit einem Mädchen in dieser Situation tat. Völlig unerwartet griff ihre Hand mir zwischen meine  Beine und suchte nach meinem besten Stück. Sie führte es unter leichten Bewegungen ihres Körpers in sich ein. Oh mein Gott, w a r   d a s   e i n   G e f ü h l.

Nie zuvor hatte ich so etwas empfunden, es war unbeschreiblich. So warm, so weich, ich fühlte mich  auf einmal so geborgen. In diesem Augenblick hätte ich die Welt umarmen mögen! Zwei, vielleicht drei aber aller höchstens vier Bewegungen von mir und das schöne Gefühl war auf einmal vorbei. Warum, dachte ich so bei mir, was hast du jetzt wieder gemacht? „Kein Problem,“ hörte ich sie mit einem Lachen in der Stimme zu mir sagen, „es war wohl das erste Mal für dich, dann solltest du nicht so viel erwarten.“ Ich hielt es damals nicht für einen Trost, im Gegenteil, ich kam mir irgendwie schön dumm vor. Sie hatte die Erfahrung und ich muß mich wie ein Trottel angestellt haben.
In dieser Nacht haben wir es noch ein paar Mal probiert. Sie hat mir bei jedem Mal immer einen Tip mehr gegeben und ich muß sagen, ich war wohl ein gelehriger Schüler, denn nach dieser Nacht sagte sie zu mir, „du hast aber schnell begriffen, wie ich es am liebsten habe“.
Am Morgen, als uns ihre Schwester dann geweckt hatte, müssen wir beide wohl einen glücklichen Gesichtsausdruck gemacht haben.
Sie sagte, „na, ihr hattet wohl eine aufregende und erfolgreiche Nacht.“ Mir schoß bei diesen Worten sofort wieder die rote Farbe ins Gesicht, „du mußt deshalb nicht rot werden, es war doch eine schöne Nacht, für mich war sie es jedenfalls, für dich etwa nicht,“ fragte mich meine Freundin. Ich nickte nur, denn bei den überwältigenden Eindrücken hätte ich womöglich irgend welchen Blödsinn von mir gegeben.

Wir waren beide lange zusammen und haben im Laufe der Zeit noch viele schöne Stunden und vor allem Nächte erlebt, in denen ich meine Erfahrungen sammeln und meine eigenen Gefühle finden konnte. Was mir aber nie aus dem Kopf ging, war die Tatsache, daß ihr erster Freund gleich in ihrer Nähe wohnte. Ich dagegen hatte immer eine große Entfernung zu ihr zurückzulegen. Wie sich später herausstellen sollte, war dies einer der Gründe, die zum Ende unsere Beziehung führen sollten. Sie konnte nie ganz vergessen, wie es für sie das erste Mal war. Da er fast täglich an ihrem Haus vorbei kam, hatte ich wohl über kurz oder lang das Nachsehen. Aber ich kann heute verstehen, wenn für sie, wie für mich, das erste Mal so aufregend schön war, dann erinnert man sich immer wieder an  –
s e i n e    e  r s  t e     L  i  e  b  e „  –

Anette

So ein Idiot, murmelte sie wütend in sich hinein, da sollte er mir beim Aufbau meiner Präsentation helfen und was macht er, geht Kaffee trinken und ich stehe nun allein mit den Paletten da. Sie suchte nach einem Hubwagen, um die schwere Palette aus dem Lager hinunter in den Verkauf zu fahren. Die ganzen Kartons hatten gut und gerne ein Gewicht von 100 Kilo, aber wie auch schon in der Vergangenheit, würde sie diese Arbeit wieder allein zu Ende bringen müssen.
Die Türen des Fahrstuhls öffneten sich und sie zog mit dem Rücken zum Fahrstuhl ihre Palette hinein. Kurz vor der Wand stieß sie plötzlich mit etwas zusammen. Sie drehte sich um und erschrak. Da stand ein Mann im Fahrstuhl, der hier eigentlich nicht hingehörte. Der Fahrstuhl war normalerweise nur für Mitarbeiter zugänglich, er mußte es irgendwie geschafft haben sich im Lager zu verlaufen und dann in den Fahrstuhl gekommen sein. „Oh, es tut mir Leid, aber ich glaube ich bin hier falsch“, sagte er mit einem Lächeln, „ kann ich ihnen wenigstens helfen bei der schweren Last?“. Noch etwas verwirrt antwortet sie, „nun, wenn sie schon hier sind“, „es ist zwar Kunden nicht gestattet diesen Bereich des Hauses zu betreten aber es wäre nett, dann kann ich ihnen auch gleich den Weg in den Verkauf zeigen.“ Ihn umgab ein sehr aufregender Duft, eine Mischung aus Moschus, Zitrone und noch einer anderen Note, die sie aber nicht herausfinden konnte.
Sie schloß ihre Augen, um den Geruch ganz in sich aufzunehmen. „Warum war mir solch ein Mann nicht früher begegnet“, fragte sie sich.
„Wenn ich ihnen jetzt Unannehmlichkeiten bereitet habe, wegen des Fahrstuhls, dann tut es mir Leid, ich würde dies gern wieder gutmachen“, sagte er mit einem Schmunzeln.
„Wie wäre es mit einem Kaffee, nach der Arbeit, ich würde sie vom Markt abholen und gern dazu einladen.“
Etwas verunsichert schaute sie ihn mit großen Augen an, “hatte mich dieser gutaussehende Mann eben gerade zu einem Kaffee eingeladen oder wollte er mit mir anbandeln? Egal, ich werde mir doch eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen“.
Währende sie beide mit dem Fahrstuhl herunter fuhren, trafen sich ihre Blicke mehrfach und jedes mal begann ihr Herz schneller zu schlagen. „Was hat dieser Mann nur an sich, daß ich so auf ihn reagiere.“ Ihr Blut begann zu rasen, ihren Körper durchfuhren leichte Schauer der Lust und zwischen ihren Beinen wurde es immer wärmer.
Unten angekommen, half er ihr die Palette noch in den Verkauf zu ziehen und verabschiedete sich dann mit der Erinnerung an den Kaffee, „und nicht vergessen, ich hole sie ab, so gegen 19:00 Uhr“. Er warf ihr noch ein Lächeln zu und verschwand dann im Getümmel der Kunden.
„Was war das denn“ , fragte ihre Freundin, „ wo hast du den denn aufgegabelt?“. „Stell dir vor, ich bin gerade im Lager, wollte mit Paul die Palette für die Präsentation herunter holen, der Penner hat mich mal wieder versetzt, und als ich gerade mit dem Hubwagen in den Fahrstuhl fahre stoße ich auf diesen Mann. Er muß sich irgendwie im Lager verlaufen haben und dann im Fahrstuhl gelandet sein.“
„Na den hätte ich mir aber gleich an Land gezogen, so wie der aussah“, sagte Sylvia.
Sie wußte, daß Anette schon seit längerer Zeit nicht mehr glücklich in ihrer Beziehung war.
„Das brauche ich nicht, er hat mich heute Abend zum Kaffee eingeladen und will mich abholen, vom Markt“, dann erzählte sie Sylvia noch, was mit ihr im Fahrstuhl passiert ist, wie sehr sie in Erregung in seine Gegenwart gekommen ist. Die beiden teilen schon seit Jahren alle ihre Geheimnisse miteinander und jede weiß von der anderen genau bescheid.
Es ist 19 Uhr. Anette steht vor dem Markt und da kommt ein kleines dunkelgrünes Cabrio um die Ecke, er steigt aus, in der rechten Hand eine einzelne Rose und übergibt sie ihr mit den Worten, „ dies ist eine kleine Entschuldigung für den Schreck im Fahrstuhl“. Anette merkt, wie ihr Gesicht sich rot färbt und ihr Kreislauf wieder in Bewegung kommt.
„Ich dachte mir wir fahren in ein kleines italienisches Restaurant, ich kenn da ein sehr gutes“.
Warum nicht, italienisch mochte Anette sehr gern, sie könnte sich in eine gute Pizza hineinlegen.
Sie fuhren los und immer in den Kurven, sie hatte die Vermutung, daß er dies mit Absicht machte, kamen sich beide Körper sehr nahe. Diese Berührungen ließen Anettes Blut noch mehr zum kochen bringen. Der Gedanke ihm so nah zu sein, brachte ihren Körper zu kleinen Lustwellen. Das war ihr schon lange nicht mehr passiert, da trifft sie auf einen Fremden und erlebt solche Emotionen.
Der Abend verlief sehr ausgelassen, beide hatten sich über „Gott und die Welt“ unterhalten und sehr viel gelacht, sie stellte fest, daß es einige Gemeinsamkeiten gab und auch ein paar Hobbies, die sie offensichtlich miteinander zu teilen schienen.
Als sie das Lokal verließen, fragte er sie, „darf ich sie nach Hause bringen“. Noch überwältigt von dem aufregenden Abend und sicherlich auch wegen das guten Weines antwortet Anette spontan mit einen lauten „JA“.
Vor ihrem Haus angekommen, er wollte sich gerade verabschieden, bat Anette ihn auf einen Kaffee mit zu sich noch oben.
„Habe ich das eben wirklich getan, ich habe einen fremden Mann, den ich erste einen Tag kenne mit zu mir nach oben gebeten“, Anette war von sich selbst überrascht. Es war nicht ihre Art einfach so einen Wildfremden zu sich in die Wohnung zu lassen, aber hier.
Ihre Gefühle schienen die Oberhand gewonnen zu haben.
„Nehmen sie auf dem Sofa platz, ich mache uns schnell den Kaffee und komme dann gleich zu ihnen“, sagte sie und verschwand in der Küche.
Unbemerkt von ihr, hatte er auf dem Weg in ihre Wohnung eine Flasche Sekt mit nach oben gebracht. Als sie mit dem Kaffee ins Zimmer kam, fragte er mit einem unwiderstehlichen Lächeln, „hätten sie etwas dagegen, wenn ich sie öffne?“.
Es schien offensichtlich zu sen, was er jetzt vorhatte, daß es hier nicht nur um einen Kaffee gehen würde.
Bei diesem Gedanken wurde ihr wieder heiß, ihr Blut durchströmte den ganzen Körper, ihr wurde ganz warm zwischen den Schenkeln und sie spürte wie sie langsam feucht wurde.
Sie setzte sich ihm gegenüber an den Tisch. Ich will diesen Mann jetzt und hier, dachte sich Anette, egal was kommt, ich will ihn. Sie zog langsam ihre Schuhe aus und begann mit einem Fuß sein linkes Bein vorsichtig an der Innenseite zu berühren. Strich allmählich am Unterschenkel hinauf und hinab. Sie merkte wie er seinen Kopf dabei ein wenig nach hinten verlagerte und sich seine Augen immer wieder schloß. Es schien ihm sichtlich zu gefallen.
Auch in ihr wurde es immer wärmer, das Blut pochte bis in den Hals und ihre Brüste würden immer fester.
„Oh Anette, du bist mir gleich im Fahrstuhl aufgefallen, am liebsten hätte ich dich gleich dort genommen. Du bist so eine faszinierende Frau, ich will dich, komm zu mir.“
Anette ließ sich nicht lange bitte, setzte sich zu ihm auf das Sofa und er begann langsam die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, dann schob er sie von den Schultern und mit geübten Fingerbewegungen öffnete er ihren BH. Ihre wohlgeformten, großen Brüste streckten sich im entgegen. Seine Lippen suchten ihre und fanden sich in einem Kuß. Erst langsam, dann stärker werdend küßten sie sich. Ihre Zungen berührten sich im Mund und führten ein kleines Gefecht. Anette spürte sie wie sie nun völlig heiß und feucht geworden war, ihre Lippen waren geschwollen und bereit.
Langsam bewegte sich sein Mund über den Hals und ihre Schultern zu einer Brust. Anette atmete schwer, aus ihrem Mund kamen gurgelnde Laute der Lust und als seine Lippen ihre Brustwarze umschlossen, schrie sie kurz auf. Sie war fest und steif geworden von seinen Küssen.
Mit Daumen und Zeigefinger berührte er die andere und massierte diese.
Die Finger seiner anderen Hand glitten behutsam mit kurzen, wellenförmigen Bewegungen nach unten bis zu ihrem Hosenbund.
Er öffnete ihre Hose und den Reißverschluß, zog sie langsam nach unten, Anette half ihm dabei, indem sie sich von Sofa abstützte.
Ihrer Kleidung nun entledigt lag sie so wie der liebe Gott sie geschaffen hat vor ihm.
Eine durch die Erregung glänzende Haut, wunderschöne Brüste mit fest abstehenden Nippeln, ein Anblick der ihn in Ekstase versetzte.
Mit den Fingern der linken Hand glitt er nun allmählich an der Innenseite ihrer Schenkel hinauf bis zu ihrem Zentrum.
Mit einem teilte er ihre Scham während der Daumen den kleinen Punkt am oberen Teil suchte. Als er die Knospe berührte, schrie Anette plötzlich auf und sie spürte wie sich in ihr alles anspannte.
Mit leichtem Druck auf die Knospe und kleinen Bewegungen brachte er sie immer mehr in Wallung.
Ihr Körper bog sich vor Lust, ihr Kopf legte sich nach hinten und sie lies es mit sich geschehen.
Seine Lippen ließen die Brust los, er pustete noch ein wenig kühle Luft auf die feuchte Oberfläche ihrer Haut, was Anette erneut tief Luft holen lies, wanderte dann mit seinen Lippen und der Zunge auf der Haut an der Hüften entlang zu ihrem weichen Flaum.
Mit der Zungenspitze verdrängte er den Daumen und ließ der nun schon groß gewordenen Knospe keine Chance mehr zu entkommen.
Anette überkam eine gewaltige Welle. Einen solchen Orgasmus hatte sie schon lange nicht mehr erlebt.
Sie war von sich selbst völlig überrascht. Daß sie diesen Mann, den sie gerade erst kennengelernt hatte, so etwas mit sich hat machen lassen.
„das war aber erst der Anfang“, flüsterte er zu ihr und ließ seine Handfläche über ihren Schamberg gleiten.
Nachdem die erste Erregung abgeklungen war, begann er dieses Mal mit seiner Zunge ihre Lippen zu teilen. Anettes Körper bog sich vor Lust. Sofort richteten sich ihre Brustwarzen wieder auf, ihre Brüste wurden hart und fest und sie spürte, wie der Saft in ihrem Schoß zusammenfloß.
Langsam bewegte er seine Zunge auf und ab, Anette gluckste und konnte nur schwer Luft holen.
Ein lauter Schrei erwiderte sein Eindringen mit der Zunge in ihren Körper.
„Ich will dich jetzt in mir spüren“, sagte sie. Er legte sich auf den Rücken und Anette grätschte mit einem Satz über ihm. Dann nahm sie seinen Schaft, der wie wild hin und her zuckte, setzte ihn mit der Spitze an ihrem Delta an und ließ ihn langsam in sich hineingleiten.
Er schmiß seinen Kopf mit einem Ruck nach hinten, stöhnte laut auf und fuhr dabei noch tiefer in sie hinein.
Anette bewegte ihre Hüfte mit kleinen, kreisenden Bewegungen und spürte bereits die nächste, noch größere welle auf sich zukommen.
Ihre inneren Muskeln massierten seinen Schaft und hielten ihn bei jeder auf und ab Bewegung fest umschlungen.
Als Anette mit einem tiefen, lauten Schrei den nächsten Höhepunkt beendete, spürte sie wie er sich gleichzeitig in ihr mit seinem warmen Saft ergoß.
Beide bleiben aufeinander ermattet noch eine Weile liegen.
Es war schon sehr lange her, daß Anette eine solche Erfahrung hatte machen dürfen und darum wollte sie so viel wie möglich davon bekommen.
Sie liebten sich noch mehrere Male in dieser Nacht und erst am Morgen bemerkten beide, daß der Kaffee, im Gegensatz zu ihnen beiden, kalt geworden war.
Am nächsten Tag kam sie in den Markt, ihre Freundin überfiel sie sofort, „wie war es, du hattest doch gestern eine Einladung“? „Du wirst es nicht glauben, erst waren wir essen bei einem Italiener, dann hat er mich nach hause gebracht und ich habe ihn einfach so, ohne nachzudenken, auf einen Kaffee eingeladen“.
Ihre Freundin ahnte, was jetzt kommen würde, und dann, dann ist er die Nacht bei mir geblieben. Sie strahlte über das ganze Gesicht.
Und was ist mit Robert, fragte ihre Freundin besorgt. Sie kannte ihren langjährigen Freund und machte sich Gedanken über das, was jetzt kommen würde. Worauf soll ich warten, er hatte mehr als genug Möglichkeiten und Chancen sich zu entscheiden, und . . .
Ich verstehe dich nicht, du hast doch die ganze Zeit immer und immer wieder gesagt, daß du allein leben willst, das war schon fast dein Wahlspruch und jetzt das. Hättest du Robert deinen Sinneswandel nicht besser mitteilen sollen, vielleicht wäre dies der Anstoß gewesen.
Das ist mir zu viel vielleicht, schließlich will ich nicht mit 65 noch alleine auf der Couch sitzen, sagte Anette entschlossen und mit dem Gedanken, jetzt den richtigen gefunden zu haben.
Am Mittag entschließ sich Anette Robert eine Nachricht zu schicken: Ich habe jemanden kennengelernt, eigentlich wollte ich es dir erst sagen, wenn du das nächste Mal kommst, aber jetzt ist es raus.
Als Robert diese Nachricht wurde er bleich im Gesicht. Bitte nicht, tu mir daß nicht an, dachte er, wir hatten in der letzten Zeit doch eine schöne Zeit, hatten die nächsten Monate schon zusammen geplant und jetzt das. Er verstand die Welt nicht mehr. Doch würde er ihr das schreiben, nein, er schrieb ihr zurück: alles gut, dafür lebst du alleine.
Nichts davon war wirklich wahr, nichts war gut und ihre Entscheidung warf ihn vollkommen aus der Bahn, doch dieses Mal würde er es sich ihr gegenüber nicht so anmerken lassen.
Dieses Mal wird die Entscheidung wohl endgültig sein, er hatte sie verloren, für immer. Bei diesem Gedanken rannten ihm die Tränen über das Gesicht. Es war niemand in der Nähe, der ihn beobachten konnte, also gab er sich seinen Gefühlen hin und seinen Tränen freien Lauf.
Würde er sie dieses Mal endgültig verloren haben . . .